Industrie 4.0 und Digitalisierung sind längst keine exotischen Begriffe mehr. Um dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen sich Unternehmen den entsprechenden Herausforderungen und Aufgaben stellen. Jedoch tun sich insbesondere mittelständische und kleine Unternehmen damit oft schwer: Welche Digitalisierungsstrategie ist am sinnvollsten und welche Technologien und Software-Systeme sollten für eine effiziente Umsetzung angeschafft werden? Wie holt man Kollegen und Mitarbeiter mit ins Boot? Und nicht zuletzt: Mit welchen Kosten muss man rechnen und wie soll das finanziert werden? 

Spezielle Förderprogramme von Bund und Länder unterstützen insbesondere Startups, Freiberufler sowie KMU und Mittelständler der gewerblichen Wirtschaft und des Handwerks. Ziel dieser Programme ist, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands durch eine erfolgreiche Umsetzung ihrer digitalen Transformation. Die Art der Förderung – möglich sind Zuschüsse bis zu einem bestimmten Maximalbetrag sowie Kredite zu einem niedrigen Zinssatz – variiert hierbei von der Digitalisierung bereits bestehender Prozesse, über Investitionen in moderne Hardware und Software und in die IT-Sicherheit bis hin zur Entwicklung von neuen und innovativen digitalen Lösungen. In vielen Fällen wird auch explizit Software für ein digitales Dokumenten- und Qualitätsmanagement – wie beispielsweise roXtra gefördert. Die Bemessung des Förderumfangs richtet sich im Allgemeinen nach der Größe und dem Umsatz des Unternehmens – hier wird sich meist an der Empfehlung der EU orientiert (Abbildung 1). Wir haben Ihnen in diesem Beitrag die einschlägigsten Förderprogramme im Überblick zusammengestellt.

Abbildung 1: Empfehlung der EU zur Ermittlung der Unternehmensgröße

Bund
go-digital (BMWi)

Das Förderprogramm go-digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gliedert sich hinsichtlich der Förderung in die drei Module (1) Digitalisierte Geschäftsprozesse, (2) Digitale Markterschließung und (3) IT-Sicherheit.

  • Wer wird gefördert?
    KMU der gewerblichen Wirtschaft oder des Handwerks mit bis zu 100 Mitarbeitern und maximal 20 Millionen Euro Umsatz und mit Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland.
  • Was wird gefördert?
    Beratungsleistungen für die digitale Transformation in den Bereichen Digitalisierte Geschäftsprozesse, Digitale Markterschließung und IT-Sicherheit.
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    In dem bundesweiten Förderprogramm erhalten KMU einen Zuschuss zu maximal 30 Beratertage zu einem Höchstsatz von 1.100 Euro mit 50% Förderung.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website des BMWi

Baden-Württemberg

Mit der Digitalisierungsprämie werden Unternehmen bis zu 100 Mitarbeitern mit einem Kredit bis maximal 100.000 Euro durch einen Tilgungszuschuss unterstützt, der die Rückzahlung des Darlehens mindert.

  • Wer wird gefördert?
    KMUs und Freiberufler der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz oder Betriebsstätte im Land.
  • Was wird gefördert?
    1. Kosten für Hard- und Software inkl. damit verbundene Dienstleistungen und Schulungen
    2. Die Digitalisierung von Produktion und Verfahren
    3. Die Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen
    4. Die Erhöhung der IT-Sicherheit
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Gefördert werden Kredite von mindestens 10.000 Euro und maximal 100.000 Euro. Bei Kreditbeträgen bis 50.000 Euro erhält man einen Pauschalbetrag von 5.000 Euro. Bei Kreditbeträgen, die über 50.000 Euro liegen, erhält man 10% des Kreditbetrags.
  • Weitere Infos:
    Auf der offiziellen Website der L-Bank – Staatsbank für Baden-Württemberg.

Bayern

Das Förderprogramm Digitalbonus gehört mit zur Initiative Bayern Digital und unterstützt durch einen Zuschuss als Anteilfinanzierung für Digitalisierungsprojekte.

  • Wer wird gefördert?
    KMU mit weniger als 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von höchstens 10 Millionen Euro sowie mittelständische Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von maximal 50 Millionen oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro. Voraussetzungen sind, dass sich die Betriebsstätte im Freistaat Bayern befindet und die geförderte Maßnahme in dieser Betriebsstätte auch zum Einsatz kommt.
  • Was wird gefördert?
    1. Die Entwicklung, Einführung oder Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen durch Hardware und Software
    2. Die Migration und Portierung von IT-Systemen und IT-Anwendungen
    3. Die Einführung oder Verbesserung der IT-Sicherheit
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Der Digitalbonus gliedert sich in zwei Varianten:
    1. Standard
    Zuschuss bis zu 50% der zuwendungsfähigen Ausgaben bei kleinen Unternehmen und bis zu 30% bei mittleren Unternehmen
    2. Plus
    Kann für Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt gewährt werden. Bis zu 50% der zuwendungsfähigen Ausgaben bei kleinen Unternehmen und bis zu 30% bei mittleren Unternehmen.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website des Bayrischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Berlin

Bei dem Förderprogramm Berlin Mittelstand 4.0 unterstützt die Investitionsbank Berlin (IBB) Startups, KMU sowie den gehobenen Mittelstand bis maximal 3.000 Mitarbeitern mit zinsgünstigen Krediten für Digitalisierungsprojekte.

  • Wer wird gefördert?
    Startups, Freiberufler, KMU sowie größere Mittelstandsunternehmen (max. 3.000 Mitarbeiter) aus dem produzierenden Gewerbe, der IT-Branche und des Dienstleistungsgewerbes mit einer Betriebsstätte oder Sitz in Berlin.
  • Was wird gefördert?
    1. Maßnahmen zur Nutzung von IT-Lösungen und Digitalisierung von Produktion und Service
    2. Errichtungs- und Erweiterungsinvestitionen
    3. Dazugehörige Betriebsmittel und anteilige Lohnkosten
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Bei Darlehen von zwei bis sechs Millionen Euro haftet die IBB für 60 Prozent des Kreditrisikos. Die Darlehen haben dabei eine Laufzeit zwischen drei und zehn Jahren und Konditionen ab 1%.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Investitionsbank Berlin

Brandenburg

Der Brandenburgische Innovationsgutschein (BIG) ist ein Förderprogramm des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg (MWE), das über die ILB (Investitionsbank des Landes Brandenburg) einen Zuschuss u.a. für Digitalisierungsmaßnahmen bietet.

  • Wer wird gefördert?
    Auf Gewinnerzielung ausgerichtete KMU, inklusive Handwerksbetriebe gemäß der geltenden EU-Definition sowie KMU mit Sitz oder Betriebstätte im Land Brandenburg.
  • Was wird gefördert?
    1. Analyse betrieblicher Abläufe und Prozesse mit Blick auf ein mögliches Digitalisierungspotenzial
    2. Implementierung und Schulung der Digitalisierungsmaßnahmen
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Der maximale Fördersatz beträgt 50%. Dabei können Unternehmen maximal 50.000 Euro für Beratung und Schulung und maximal 500.000 Euro für die Implementierung erhalten.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Investitionsbank des Landes Brandenburg

Bremen

Das Beratungsförderprogramm zu Digitalisierung und Arbeit 4.0 unterstützt KMU mit einem Zuschuss für die Beratung zu vielfältigen Themen rund um Digitalisierung und Industrie 4.0.

  • Wer wird gefördert?
    KMU mit Sitz in Bremen.
  • Was wird gefördert?
    Beratungen zu verschiedenen Themengebieten – darunter Digitale Prozessberatung und Prozessmanagement, Cloud Services, IT-Sicherheit, Big Data oder auch Change-Management.
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Eine Beratung wird mit 50 Prozent der Kosten und einem maximalen Betrag von 5.000 Euro gefördert.
  • Weitere Infos:
    Gibt es auf der offiziellen Website des Beratungsförderungsprogramms.

Hamburg

Die Hamburger Investitions- und Förderbank (IFB) unterstützt KMU und Startups durch zinsgünstige Darlehen.

  • Wer wird gefördert?
    Startups und nicht-börsennotierte KMU der gewerblichen Wirtschaft.
  • Was wird gefördert?
    Investitionen sowie Betriebsmittel inkl. Warenlager. Der Schwerpunkt der Förderung liegt dabei auf den Themen Digitalisierung, Produktentwicklung, Markteinführung und Wachstum.
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Die FBI bietet Darlehen von 25.000 bis maximal 1,5 Millionen Euro. Diese haben bei einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren mindestens ein Tilgungsfreijahr und einen festen Zinssatz für die gesamte Darlehenslaufzeit.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Hamburgischen Investitions- und Förderbank

Hessen

Der Digital-Zuschuss unterstützt KMU mit Landesmitteln – im Rahmen einer Anteilsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss – bei der digitalen Transformation ihrer Produktions- und Arbeitsprozesse sowie bei der Verbesserung der IT-Sicherheit.

  • Wer wird gefördert?
    Antragsberechtigt sind KMU der gewerblichen Wirtschaft sowie freie Berufe mit einer Betriebsstätte in Hessen.
  • Was wird gefördert?
    Beschaffungen von IKT-Hard- und Software zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Betriebsprozessen.
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Eine Förderung erfolgt ab Ausgaben in Höhe von 4.000 Euro. Maximal werden 10.000 Euro bei einem Zuschuss von 50% gefördert.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI Bank)         

Niedersachsen

Die Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen (NBank) unterstützt KMU der gewerblichen Wirtschaft mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss für Digitalisierungsprojekte.

  • Wer wird gefördert?
    KMU der gewerblichen Wirtschaft (mit Eintrag im Handelsregister oder im Sinne der Handwerksordnung) mit Sitz oder Betriebsstätte in Niedersachsen.
  • Was wird gefördert?
    1. Innovationsvorhaben sowie Ausgaben für Anmeldung und Validierung von Patenten und gewerblichen Schutzrechten und Maßnahmen zur Markteinführung
    2. Entwicklung und Umsetzung von Prozess- und Organisationsinnovationen
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Bis zu 35 Prozent der förderfähigen Ausgaben und maximal 100.000 Euro
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der NBank

Nordrhein-Westfalen

Mit dem Programm Mittelstand innovativ! unterstützt das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen KMU durch sogenannte Innovations- und Digitalisierungsgutscheine.

  • Wer wird gefördert?
    KMU in der Industrie, wie auch im Handwerk, im Handel und im Dienstleistungsbereich mit Sitz in NRW.
  • Was wird gefördert?
    1. Digitalisierung von bestehenden Prozessen, Produkten und Dienstleistungen
    2. Entwicklung neuer, innovativer Produkte
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Kleine Unternehmen bis maximal 50 Mitarbeiter und zehn Millionen Euro Umsatz erhalten eine Förderung von 70 Prozent. Mittlere Unternehmen werden mit 40 Prozent bezuschusst.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Projektträger Jülich (PTJ)

Rheinland-Pfalz

Für KMU bis maximal 250 Mitarbeitern gibt es von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) über die sogenannte BITT-Technologieberatung einen Zuschuss von 50 Prozent für Beratungsleistungen.

  • Wer wird gefördert?
    KMU (laut EU-Definition) mit Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz
  • Was wird gefördert?
    1. Beratungen zum Aufbau eines Qualitäts- und Innovationsmanagement-Systems
    2. Technologieorientierte Beratungen
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Die förderfähigen Beratungskosten belaufen sich auf bis zu 800 Euro je Tagewerk. Der Zuschuss beträgt 50 % der in Rechnung gestellten Beratungskosten, bei maximal 15 Beratertagen und 400 Euro pro Tagewerk.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der ISB

Saarland

Das Förderprogramm DigitalStarter unterstützt KMU im Saarland mit einem Zuschuss von bis zu 10.000 Euro für ihre Digitalisierungsprojekte.

  • Wer wird gefördert?
    KMU mit Sitz, Niederlassung oder Betriebsstätte im Saarland
  • Was wird gefördert?
    1. Einführung neuer digitaler Systeme
    2. Verbesserung der IT-Sicherheit
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Gefördert werden Projekte mit Ausgaben in Höhe von mindestens 5.000 Euro. Der Fördersatz beträgt bei kleinen Unternehmen bis zu 35 Prozent der und bei mittleren Unternehmen bis zu 20 Prozent. Maximal werden 10.000 Euro bezuschusst.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlands

Sachsen

Mit dem Programm E-Business unterstützt das Land Sachsen KMU bei der Einführung und Weiterentwicklung fortschrittlicher Informations- und Kommunikationstechnologien.

  • Wer wird gefördert?
    KMU mit Sitz oder zu begünstigender Betriebsstätte im Freistaat Sachsen. Dazu zählen das Handwerk, der Handel, die Dienstleister, die Kultur- und Kreativwirtschaft, Angehörige der Freien Berufe sowie Existenzgründer.
  • Was wird gefördert?
    1. Planung, Konzipierung und Vorbereitung von Projekten sowie die technische Realisierung
    2. Erwerb von Software und für deren Nutzung notwendige Hardware
    3. Optimierung unternehmensinterner Prozesse aber auch die elektronische Abbildung von Geschäftsprozessen zu Kunden und Lieferanten
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Der Zuschuss beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 50.000 EUR.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Sächsischen Aufbaubank (SAB)

Sachsen-Anhalt

Das Programm DIGITAL INNOVATION des Landes Sachsen-Anhalt fördert KMU mit einem Zuschuss von bis zu 70 Prozent bei der Konzeption und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten.

  • Wer wird gefördert?
    KMU mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen-Anhalt
  • Was wird gefördert?
    1. Entwicklung von neuen, innovativen digitalen Produkten und Produktionsprozessen, Geschäftsmodellen und Geschäftsabläufen
    2. Digitale Marketing- und Vertriebsstrategien
    3. Einrichtung und Erhöhung der IT-Sicherheit
    4. Ausgaben für Personal, das im Rahmen des Projektes zusätzlich eingestellt wird, sowie Sachkosten, Leistungen Dritter und Investitionen
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Das Programm gewährt einen Zuschuss von bis zu 70 Prozent und maximal 70.000 Euro je Projekt
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Investitionsbank Sachsen-Anhalt

Thüringen

Mit dem Digitalbonus unterstützt die Thüringer Aufbaubank die Digitalisierung von KMU mit einem Zuschuss von bis zu 50 Prozent.

  • Wer wird gefördert?
    KMU der gewerblichen Wirtschaft (insbesondere verarbeitendes Gewerbe, unternehmensnahe Dienstleistungen, Baugewerbe sowie Handwerk und Handel) sowie wirtschaftsnahe Freiberufler.
  • Was wird gefördert?
    1. Digitalisierung von Betriebsprozessen:
    darunter Implementierung eines Dokumenten-Management-Systems (DMS) inklusive notwendiger Server- und Netzwerkstrukturen
    2. Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen: darunter Anwendung von digitalen Standards und Normen
    3. Einführung oder Verbesserung von Informations- und Datensicherheitslösungen: darunter Initialisierung der Nutzung von Cloudtechnologien
  • Wie hoch fällt die Förderung aus?
    Die Förderung beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 15.000 Euro.
  • Weitere Infos:
    Auf der Website der Thüringer Aufbaubank


Nochmals im Überblick – die Förderprogramme von Bund und Ländern für Digitalisierungsprojekte:


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