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Verstaubt Ihr QM wie ein Sportwagen in der Garage?

Was für ein Film läuft bei Ihnen ab, wenn Sie das Wort „Sportwagen“ hören? Egal von welcher Marke. Welche Träume, Wünsche und Hoffnungen weckt das in Ihnen? In diesem Gedankenexperiment ist alles erlaubt. Sie können sich alles leisten – Geld spielt keine Rolle!

    Nun steht er da in Ihrer Garage und Sie können es kaum noch erwarten, im Boliden Platz zu nehmen. Allein der Anblick lässt Ihr Herz höherschlagen. Sie setzen sich in den Sportwagen und riechen erst einmal den Duft der Ledersitze. Sie umfassen das Lenkrad, schließen die Augen und atmen tief ein. Sie stellen sich vor, wie sie mit offenem Verdeck an der Côte d’Azur entlangbrettern. Jede Kurve zaubert Ihnen ein Lächeln auf Ihre Lippen.

    Doch Moment mal!

    Sie haben sich diesen schönen und teuren Flitzer nur gekauft, um ihn einmal in Jahr beim TÜV vorzuführen! Für mehr ist dieser schicke Sportwagen nicht gedacht. Der Rest des Jahres verweilt er einsam, still und leise in Ihrer Garage. Vielleicht werden Sie jetzt anmerken, dass Sie das niemals machen würden und viel öfter Ihren Sportwagen bewegen würden. Das stimmt! Ich könnte mir das auch nicht vorstellen.

    Angenommen Ihr Qualitätsmanagement ist ein Sportwagen.

    Wie oft würden Sie das System bewegen, aufmotzen und auf Hochglanz polieren, um es dem Prüfer vorzuführen? Oder gegenüber Ihren Kunden, wenn ein internes Audit ansteht? Die Begeisterung hält sich erfahrungsgemäß in Grenzen, selbst wenn es sich um ein gelebtes und akzeptiertes Qualitätsmanagement geht. Zugegeben: Qualitätsmanagement ist nicht so sexy wie ein schicker Sportwagen. Es geht beim Qualitätsmanagement eher darum, die Organisation auf Höchstleistungen zu trimmen.

    Übrigens machen das auch Rennställe aus der Formel 1. Diese sind für ihr exzellentes Prozessmanagement bekannt. Disziplin, Konsequenz und Leidenschaft entscheiden hier oftmals über die Tausendstelsekunde zwischen Gewinn und Niederlage. Die Erfolgsgrundlage ist eine schnelle, konsequente und immerwährende Weiterentwicklung von Strategien, Strukturen, Fähigkeiten und Material auf höchstem Niveau. Denn nur durch ein System, das Höchstleistungen ermöglicht, können Spitzenleistungen erbracht werden!

    Darum muss die logische Konsequenz sein, permanent mit dem System zu arbeiten.
    Das aktive Management übernehmen Menschen im Unternehmen, die das Fahrzeug Qualitätsmanagementsystem kontinuierlich bewegen, um regelmäßig Siege einzufahren. Allen Beteiligten an einem Qualitätsmanagementsystem muss das bewusst sein. Die Kunst dabei ist, dieses Bewusstsein für Qualität aufrecht zu erhalten und wenn nötig zu schärfen.

    Ein Führerschein allein reicht nicht um das Fahrzeug Qualitätsmanagement zu bewegen. Darum ist regelmäßiges Training mit anschließendem Review angesagt. Der Mensch kann durch die Automatisierung, Künstliche Intelligenz oder die Blockchain ersetzt werden. Jedoch kann nur das Zusammenspiel von Menschen und Maschine zu Erfolg führen.

    Am Ende des Tages entscheidet der Mensch, ob der Sportwagen regelmäßig gefahren wird oder in der Garage bleibt.


    Bildnachweis:

    pexels.com/ Abdulwahab Alawadhi

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