Home-Office – Wieso auch oft mit Risiken gerechnet werden muss

In der heutigen Zeit spielt Home-Office für die meisten Unternehmen eine immer größere Rolle. Aufgrund der Pandemie waren sie gezwungen, innerhalb kürzester Zeit für ihre Mitarbeitenden einen Heimarbeitsplatz einzurichten. Laut einer Statistik arbeiteten vor der Corona-Krise nur vier Prozent der Beschäftigten in Deutschland im Home-Office, während dieser Anteil im April 2020 auf ganze 27 Prozent und im Januar 2021 auf 24 Prozent gestiegen ist.[1] Dies stellte nicht nur für Arbeitgeber hinsichtlich der technischen Umsetzung sowie Einschränkung der Cyberkriminalität eine große Herausforderung dar. Zwar bietet Home-Office auch viele Vorteile, wie beispielsweise flexiblere Arbeitszeiten und der ersparte Weg zur Arbeit, dennoch darf die Kehrseite nicht unberücksichtigt bleiben.

Welche Risiken treten im Home-Office auf?

Dauerhaftes Arbeiten in den eigenen vier Wänden führt automatisch zur Vernachlässigung der zwischenmenschlichen Gemeinschaft zwischen den Mitarbeitenden. Da Meetings in den meisten Fällen nur per Videokonferenz abgehalten werden, beruhen die Gespräche meist auf beruflichen und nicht auf persönlichen Inhalten. Virtuelle Kommunikation kann der persönlichen Kommunikation also nicht gleichgestellt werden. Des Weiteren kann der Verlust wichtiger Informationen sowie das Entstehen von Missverständnissen Folge von Online-Meetings sein.

Auch die Trennung von Arbeit und privatem Alltag fällt vielen Arbeitnehmern im Home-Office schwer. Da der Arbeitsplatz jederzeit und ohne großen Aufwand aufgesucht werden kann, neigen diese dazu, auch außerhalb der Arbeitszeit noch nicht abgeschlossene Aufgaben abzuarbeiten, was auf Dauer zu Überlastung führt. Das Gegenstück hierfür ist mangelnde Motivation und Konzentration, da es nicht jedem Menschen leichtfällt, in der ungewohnten Arbeitsumgebung zu arbeiten.

All diese Aspekte wirken sich negativ auf die Psyche der Arbeitnehmer aus und können im schlimmsten Falle zu Unzufriedenheit der allgemeinen Situation sowie der eigenen Leistung führen. Doch ebenfalls die körperliche Gesundheit kann darunter leiden. Fehlende oder nicht ausreichende Ausstattung am Home-Office-Platz, wie ein zu kleiner Bildschirm oder ein nicht höhenverstellbarer Tisch rufen gesundheitliche Probleme hervor. Trotz der gesetzlichen Vorschrift für Arbeitgeber verfügen nur 41Prozent der Arbeitnehmer über eine ordnungsmäßige Arbeitseinrichtung, was oft körperliche Überlastung, wie Kopf- und Rückenschmerzen, hervorruft.[2]

Betrachtet man die Thematik aus der Perspektive des Arbeitgebers, so sind Risiken hinsichtlich Cyberkriminalität heute keine Seltenheit mehr. Die Arbeitnehmer sind im Home-Office zwar weniger achtsam, doch das ist nur ein Grund, weshalb es öfter zu Cyberangriffen kommt. Wegen der plötzlich verpflichtenden Einführung von Home-Office waren viele Arbeitgeber gezwungen, möglichst schnell eine Lösung zu finden, wobei des Öfteren die IT-Sicherheit nicht im vollen Umfang berücksichtigt wurde. Für IT-Abteilungen stellte die Umstellung ebenfalls einen großen Aufwand dar: beginnend bei der Einrichtung von Endgeräten für Mitarbeiter bis hin zur Installation von VPN-Verbindungen und Fernwartungssystemen innerhalb des Unternehmens. 30 Prozent der Unternehmen haben zu wenige Kapazitäten in der IT-Abteilung als eine Schwierigkeit empfunden.[3]

Hinsichtlich des Datenschutzes bestehen am Home-Office-Platz ebenfalls gewisse Risiken. Denn nicht jeder Mitarbeiter hat einen separaten Arbeitsraum. Dokumente und Geräte werden nicht immer in einem abschließbaren Schrank aufbewahrt und somit nicht voll von fremdem Zugriff geschützt. Ausgedruckt wird beispielsweise über den eigenen Drucker und ein Aktenvernichter ist auch nicht überall vorzufinden.

Maßnahmen können den Risiken entgegenwirken?

Eine grundsätzliche Möglichkeit, um seinen Arbeitnehmern sowohl Flexibilität im Home-Office als auch Interaktion im Geschäft zu bieten, ist ein ständiger Wechsel zwischen den beiden Modellen.

Zudem gibt es zusätzliche Maßnahmen, mit denen man den Risiken im Home-Office entgegenwirken kann. So kann die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern ebenfalls virtuell gepflegt werden, indem Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber spontane Anrufe oder Gruppenmeetings zum persönlichen Austausch in die Wege leiten.

Um gesundheitlichen Beschwerden entgegenzuwirken, sollten Arbeitgeber allen Mitarbeitern die richtige Arbeitsausstattung zur Verfügung stellen.

Anhand von technischen Maßnahmen können Arbeitgeber die IT-Sicherheit optimieren. Eine sichere VPN-Verbindung, über welche die Firmenrechner mit dem Firmennetzwerk verbunden werden, bildet bereits einen wichtigen Grundbaustein. Zusätzliche Schulungen können Mitarbeiter bezüglich gewisser Sicherheitsvorkehrungen sensibilisieren.

Bestimmte Voraussetzungen für den Arbeitsplatz im Home-Office sowie die wichtigsten Verhaltensregeln sollten festgehalten werden und für alle Mitarbeitenden zugänglich sein. In dieser Vereinbarung kann beispielsweise festgehalten werden, dass Rechner oder Unterlagen in Schränke eingeschlossen werden müssen oder dass beim Verlassen des Arbeitsplatzes die Bildschirmsperre aktiviert werden muss. Abgesehen von diesen datenschutzrechtlichen Regelungen können weitere, sicherheitsrelevante aufgestellt werden, wie die Geräteverwendung für ausschließlich geschäftliche Zwecke oder das Einsetzen von ausreichend sicheren Passwörtern.


Nachweise:

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1204173/umfrage/befragung-zur-homeoffice-nutzung-in-der-corona-pandemie/

[2] https://dnb-netz.de/2021/02/10/studie-zur-gesundheit-im-homeoffice/

[3] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1205767/umfrage/probleme-bei-der-homeoffice-nutzung-in-der-corona-krise/

Bildnachweis:

iStock.com/oshcherban

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Nach oben scrollen