Zu Besuch bei Roxtra: MXNS blickt hinter die Kulissen der Software

Wie lässt sich Qualitätsmanagement im Alltag wirklich vereinfachen? Und welche Funktionen schaffen echten Mehrwert – nicht nur auf dem Papier, sondern im täglichen Arbeiten?

Mit genau diesen Fragen kam Mérieux NutriSciences (MXNS) nach Göppingen. Das Unternehmen ist ein global agierender Dienstleister im Bereich Lebensmittelsicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit und bewegt sich in einem stark regulierten Umfeld, in dem Anforderungen an Dokumentation, Nachvollziehbarkeit und strukturierte Prozesse fest im Alltag verankert sind. Interne Audits, Maßnahmenverfolgung und Transparenz im System sind dabei keine Zusatzthemen, sondern zentrale Aufgaben. Beste Voraussetzungen also für einen Austausch, der sich konsequent an der Praxis orientiert.

Inhaltsverzeichnis

Einordnung statt Produktdemo

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass dieser Termin bewusst anders gedacht war. Im Mittelpunkt stand nicht die Präsentation einzelner Funktionen, sondern die gemeinsame Standortbestimmung: Zunächst ging es darum zu verstehen, wo MXNS aktuell im Qualitätsmanagement-Prozess steht, welche Lösungen bereits im Einsatz sind und an welchen Stellen konkreter Bedarf besteht.

Dieser Ansatz prägte auch den restlichen Tag. Denn erst durch diese Einordnung wurde klar, welche Themen tatsächlich relevant sind und wo sich Potenziale ergeben, die sich gezielt und sinnvoll erschließen lassen.

Wenn Audits und Maßnahmen zusammenfinden

Ein besonders greifbarer Moment entstand beim Blick auf das Zusammenspiel von Audits und Maßnahmen, das Custom Success Manager Niklas Tom vorstellte. In vielen Organisationen zeigt sich hier ein bekanntes Bild: Feststellungen aus Audits werden dokumentiert, während Maßnahmen separat verwaltet werden. Der Zusammenhang bleibt oft unscharf.

Im Austausch wurde deutlich, wie groß der Unterschied ist, wenn diese beiden Bereiche direkt miteinander verknüpft sind. Erst dadurch entsteht ein durchgängiger Prozess, der von der Feststellung bis zur Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung reicht. Gerade im Kontext der ISO 9001 ist dieser Zusammenhang entscheidend, da Nachvollziehbarkeit und Wirksamkeit zentrale Anforderungen darstellen.

Für MXNS wurde damit ein klarer Mehrwert sichtbar: Interne Audits werden nicht nur sauber dokumentiert, sondern lassen sich aktiv steuern und auswerten. Das schafft mehr Überblick und unterstützt gleichzeitig die kontinuierliche Verbesserung.

Prozesse bewusst weiterentwickeln

Im Nachgang zeigten Niklas Tom und Prozessberater Stefan Djokic die umfangreichen Möglichkeiten, diverse Unternehmensprozesse mit dem gleichnamigen Modul abbilden und auch ausführbar umsetzen zu können. Gleichzeitig entstand eine ebenso wichtige Erkenntnis: Nicht jede Funktion muss sofort eingesetzt werden. Doch die Zukunft stelle schließlich immer mehr Anforderungen an Transparenz, gerade bei umfangreicheren Unternehmensprozessen.

So war der Tenor: Gutes Qualitätsmanagement bedeutet auch, bewusst zu priorisieren. Welche Funktionen bringen im aktuellen Reifegrad des Systems echten Nutzen? Und welche sind eher perspektivisch relevant?

Für MXNS liegt genau darin ein Vorteil. Das Wissen über vorhandene Potenziale ermöglicht es, den nächsten Schritt gezielt vorzubereiten, ohne das System unnötig zu überfrachten. So entsteht Entwicklung mit Augenmaß anstatt Aktionismus.

Austausch schafft neue Perspektiven

Abseits konkreter Funktionen zeigte sich im Laufe des Tages ein weiterer wichtiger Aspekt: Viele Herausforderungen im Qualitätsmanagement ähneln sich, unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Gerade grundlegende Themen wie die Akzeptanz neuer Software bei den Mitarbeitenden, die Fehlerprävention, die Sicherstellung einer hohen Datenqualität oder die Etablierung einer nachhaltigen Qualitätskultur beschäftigen Unternehmen gleichermaßen. Hinzu kommen steigende Anforderungen an Transparenz, Dokumentation und die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen, die in vielen Organisationen einen hohen Stellenwert einnehmen.

Gerade der offene Austausch hilft, die eigene Situation besser einzuordnen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Themen, die im Alltag oft isoliert betrachtet werden – von begrenzten Ressourcen über Veränderungsprozesse bis hin zur bereichsübergreifenden Zusammenarbeit – lassen sich so in einen größeren Zusammenhang stellen. Das schafft Orientierung, fördert den Blick über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus und stärkt die Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte.

Benutzerfreundlichkeit als entscheidender Faktor

Ein klares Highlight des Tages war die Vorstellung der neuen Benutzeroberfläche von roXtra 10. Dabei ging es weniger um zusätzliche Funktionen als um die Frage, wie gut sich das System im Alltag nutzen lässt.

Viele QM-Systeme sind leistungsfähig, entfalten ihren Nutzen jedoch nur eingeschränkt, wenn die Bedienung als zu komplex wahrgenommen wird. Umso deutlicher fiel die Reaktion von MXNS aus. Eine intuitive Oberfläche wurde nicht als Komfortmerkmal gesehen, sondern als entscheidender Erfolgsfaktor für die Bereitschaft der Mitarbeitenden, die Software im Alltag zu nutzen und so auch deren Vorteile für das tägliche Arbeiten zu erkennen.

Denn nur wenn sich Nutzerinnen und Nutzer schnell orientieren, Funktionen verstehen und Prozesse ohne Umwege abbilden können, wird ein System auch tatsächlich gelebt. Das wirkt sich unmittelbar auf Schulungsaufwand, Akzeptanz und letztlich auf die Wirksamkeit des gesamten Qualitätsmanagements aus.

Struktur schlägt Funktionsvielfalt

Ein besonders anschauliches Beispiel für praktischen Mehrwert waren die Navigationsseiten. Obwohl diese Funktion zunächst unscheinbar wirkt, wurde ihr Nutzen in einer Schulung durch Niklas Tom sofort deutlich.

Eine klare Struktur erleichtert den Einstieg ins System und sorgt dafür, dass relevante Inhalte schnell gefunden werden. Gerade für Mitarbeitende, die nicht täglich im System arbeiten, reduziert sich der Suchaufwand erheblich. Damit wird deutlich, dass nicht immer zusätzliche Funktionen den größten Effekt bringen, sondern oft eine bessere Organisation und Aufbereitung bestehender Inhalte.

Hier gelangen Sie direkt zum Video “Navigationsseiten erstellen”.

Screenshot einer Navigationsseite in roXtra

Potenziale erkennen und nutzen

Zum Abschluss rückten konkrete Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag in den Fokus. Dabei zeigt sich immer wieder ein typisches Muster: Systeme bieten häufig mehr Möglichkeiten, als tatsächlich genutzt werden.

Durch gezielte Hinweise und Best Practices konnten mehrere Themen direkt geklärt werden. Der entscheidende Punkt liegt dabei weniger in neuen Funktionen, sondern in der besseren Nutzung bestehender Lösungen. Genau hier entsteht oft der größte Hebel für Effizienz und Qualität.

Fazit: Ein klarer Fokus hilft

Der Besuch von MXNS verdeutlichte, worauf es im Qualitätsmanagement ankommt: Es ist nicht unbedingt die Menge an Funktionen, die über den Erfolg einer QM-Software im Unternehmen entscheidet. Vielmehr ist es der gezielte Einsatz im Kontext der eigenen Prozesse.

Wer Mehrwert schaffen möchte, sollte Funktionen nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenspiel. Gleichzeitig lohnt es sich, Prioritäten bewusst zu setzen und die Benutzerfreundlichkeit als festen Bestandteil der Systemstrategie zu verstehen.

Denn am Ende gilt: Ein QM-System entfaltet seinen Nutzen durch das, was im Alltag tatsächlich angewendet wird.

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