Sicher eine einfache Frage zum Toleranzverständnis2021-02-11T18:44:07+01:00

QM-Forum Foren Qualitätsmanagement Sicher eine einfache Frage zum Toleranzverständnis

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    Hallo,

    ich habe folgendes Thema. Das Thema poppt bei uns immer wieder hoch. Gut möglich, dass meine Sicht falsch ist aber so ganz sicher bin ich nicht! Vielleicht habe ich einen Denkfehler.

    Ich habe von einem Kunden keine klare Vorgabe zu einer Toleranz bekommen nur die Aussage, dass er mit dem Gelieferten einverstanden ist! Nun fordert man aber intern trotzdem eine Vorgabe, weil „er ist zufrieden“ nix Greifbares ist.

    Also werte ich Daten aus und schiebe die Grenzen der Toleranz so, dass Fähigkeitsindizes sagen … Alles ist jetzt in Ordnung (z.B. cpk = 1,33)

    Für diese Toleranzermittlung sind aus meiner Sicht 3 Sachen herangezogen worden: die Verteilung, die Lage der Verteilung und die „Breite“ der Verteilung im Verhältnis zur Toleranz. So weit so gut.

    Jetzt nimmt die Fertigung diese Toleranz für eine 100% Prüfung und lässt dann doch auch den Fall zu, dass z.B. der Median der Verteilung auf der Toleranzgrenze liegen könnte!

    50% sind halt Ausschuss und werden verschrottet! 50% der Teile sind gut. Allerdings sind die allermeisten Teile jetzt nicht mehr in der Mitte der Toleranz sondern an der Grenze.

    Würde ich jetzt  die Gutteile auswerten, dann habe ich doch eine Verteilung, welche durch den Sortierprozess natürlich durch die Tomeranzgrenze begrenzt wird. Die Verteilung ist doch irgendwas Schiefes mit Berg an der Tomeranzgrenze.

    Hat denn dann meine ursprüngliche Toleranzfestlegung und Auffassung nach statistischen Gesichtspunkten dann bei einer 100% Prüfung überhaupt Relevanz?

    Es werden doch mehrere Punkte, welche ursprünglich für die Festlegung herangezogen worden, außen vor gelassen.

    Das sind die Verteilungsform, die Breite der Verteilung innerhalb der Toleranz und die zentrische Lage innerhalb der Toleranzzone, welche ich irgendwann mal zur Festlegung heranzog.

    Wenn ich eine Toleranz auf der Zeichnung habe und die aus Prozessen abgeleitet stammt, gilt die auch automatisch für eine 100% Prüfung? Das ist doch nix anderes als das der Mittelwert Richtung Grenze driftet und der Ausschuss zunimmt .

    Wenn nein, wie wird das unterschieden? Gibt es da bei Euch firmeninterne Festlegungen, wie ist grundsätzlich eine Toleranz auf einer Zeichnung zu werten … statistisch oder nach worst case?

    Ich bekomme oft zu hören! Wenn man keine Fähigkeit nachweisen möchte, prüft man halt 100%! Völlig egal … die Toleranz hat für Beides Relevanz. Selbst wenn 100% auf der Grenze kommen ist alles okay!

    Vielen Dank im Voraus und sorry für diese Grundsatzfrage. Ich bin kein Qualitäter! Das vielleicht zu meiner Ehrenrettung.

    Liebe Grüße

    Andreas

     

     

     

    Avatar19dreas70
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 40

    Kurzer Nachtrag! Ich hatte schon mal eine ähnliche Frage gestellt. Da ging es uns Toleranzverständnis. Die Frage hier baut darauf auf und zielt darauf ab, ob eine Zeichnungstoleranz, die statistisch generiert wurde auch so ohne Weiteres für eine hundert Prozent Prüfung herangezogen werden kann und wenn nein wie wird das kenntlich gemacht, welchen Gesdankengang der Entwickler herangezog als er sie auf die Zeichnung schrieb.

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